Zeitumstellung 2025: Wann wird die Uhr auf Winterzeit umgestellt? Alle Infos, Tipps und Hintergründe

Jedes Jahr stellen wir uns zweimal dieselbe Frage: Wird die Uhr nun vor- oder zurückgestellt? Das halbjährliche Ritual der Zeitumstellung beschäftigt uns alle, sei es durch die Freude über eine zusätzliche Stunde Schlaf oder den Ärger über den Mini-Jetlag. Auch im Jahr 2025 ist es wieder so weit. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die Umstellung auf die Winterzeit 2025 wissen müssen. Wir klären nicht nur das genaue Datum und die Uhrzeit, sondern tauchen auch tief in die Geschichte, die gesundheitlichen Auswirkungen und die hitzige Debatte um die Abschaffung der Zeitumstellung ein.

Das Wichtigste zuerst: Datum und Uhrzeit der Winterzeit 2025

Merken Sie sich diesen Termin gut vor: Die Umstellung auf die Winterzeit findet in Deutschland und der gesamten Europäischen Union immer am letzten Sonntag im Oktober statt. Für das Jahr 2025 ist das der folgende Tag:

Sonntag, der 26. Oktober 2025

Zeitumstellung 2025: Wann wird die Uhr auf Winterzeit umgestellt? Alle Infos, Tipps und Hintergründe

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um 3:00 Uhr morgens auf 2:00 Uhr morgens zurückgestellt. Die Nacht wird also um eine Stunde verlängert. Wir bekommen eine Stunde „geschenkt“, was für die meisten Menschen eine willkommene zusätzliche Stunde Schlaf bedeutet. Ab diesem Zeitpunkt gilt in Deutschland wieder die Normalzeit, die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Der Begriff „Winterzeit“ hat sich umgangssprachlich etabliert, obwohl es sich eigentlich um die Standard- oder Normalzeit handelt, die vor der Einführung der Sommerzeit das ganze Jahr über galt.

Um sich die Richtung der Umstellung zu merken, gibt es einige hilfreiche Eselsbrücken:

  • Im Frühling stellt man die Gartenmöbel vor die Tür – die Uhr wird also vorgestellt.
  • Im Herbst holt man die Gartenmöbel zurück ins Haus – die Uhr wird also zurückgestellt.
  • Eine weitere englische Eselsbrücke lautet: „Spring forward, fall back.“ (Im Frühling vor, im Herbst zurück).

Die meisten modernen Geräte wie Smartphones, Computer und Funkuhren stellen sich übrigens automatisch um. Bei analogen Wanduhren, Weckern oder der Uhr im Auto ist jedoch Handarbeit gefragt.

Eine Reise in die Vergangenheit: Warum stellen wir die Uhren überhaupt um?

Die Idee, die Zeit zu manipulieren, um das Tageslicht besser zu nutzen, ist älter, als viele denken. Schon Benjamin Franklin schlug im 18. Jahrhundert satirisch vor, die Pariser früher aufzuwecken, um Kerzen zu sparen. Ernsthaft eingeführt wurde die Zeitumstellung jedoch erst viel später.

Der Hauptgrund für die Einführung war militärischer und wirtschaftlicher Natur. Während des Ersten Weltkriegs, genauer gesagt im Jahr 1916, führten das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn als erste Länder eine Sommerzeit ein. Das Ziel war, durch die längere Helligkeit am Abend den Verbrauch von Kohle für die Beleuchtung von Fabriken und Haushalten zu reduzieren und so wertvolle Energieressourcen für die Kriegsführung zu sparen. Viele andere europäische Länder zogen nach.

Nach dem Krieg wurde die Zeitumstellung in Deutschland mehrmals abgeschafft und wieder eingeführt. In ihrer heutigen, ununterbrochenen Form existiert sie in Deutschland erst wieder seit 1980. Der Auslöser war die Ölkrise von 1973, die das Bewusstsein für Energiesparen erneut in den Vordergrund rückte. Man erhoffte sich, durch die bessere Nutzung des Tageslichts den Energieverbrauch senken zu können. Zudem hatten viele Nachbarländer bereits eine Sommerzeitregelung, und eine Harmonisierung der Uhrzeiten innerhalb Europas sollte das wirtschaftliche Zusammenleben, insbesondere im Transport- und Kommunikationssektor, erleichtern.

Sinn oder Unsinn? Der Mythos vom Energiesparen

Der ursprüngliche Hauptgrund für die Zeitumstellung – das Energiesparen – steht heute stark in der Kritik und gilt als weitgehend widerlegt. Das Umweltbundesamt hat in mehreren Untersuchungen festgestellt, dass der Effekt minimal, wenn nicht sogar negativ ist.

Zwar wird durch die Sommerzeit am Abend tatsächlich weniger Strom für künstliche Beleuchtung verbraucht. Gleichzeitig steigt jedoch der Heizenergiebedarf in den kühleren Morgenstunden des Frühlings und Herbstes an. Wenn die Menschen aufgrund der um eine Stunde vorverlegten Uhrzeit früher aufstehen, müssen sie in einer noch kalten Wohnung oder einem kalten Haus die Heizung aufdrehen. Dieser Mehrverbrauch an Heizenergie hebt die Einsparungen beim Lichtstrom praktisch wieder auf. Moderne Lebensgewohnheiten mit flexiblen Arbeitszeiten und einem hohen Anteil an Unterhaltungselektronik, deren Stromverbrauch nicht vom Tageslicht abhängt, tragen ebenfalls dazu bei, dass der Spareffekt verpufft.

Kritiker argumentieren zudem, dass der organisatorische Aufwand für Unternehmen, insbesondere in der Landwirtschaft oder im Verkehrswesen (z.B. bei der Anpassung von Fahrplänen), die geringen Einsparungen bei Weitem übersteigt.

Unser Biorhythmus gerät aus dem Takt: Die gesundheitlichen Folgen

Der vielleicht gravierendste Nachteil der Zeitumstellung betrifft unsere Gesundheit. Unser Körper verfügt über eine innere Uhr, den sogenannten zirkadianen Rhythmus, der unseren Schlaf-Wach-Zyklus, unsere Hormonproduktion, unseren Blutdruck und unsere Körpertemperatur steuert. Dieser Rhythmus wird maßgeblich vom Tageslicht beeinflusst. Die plötzliche Umstellung der Uhrzeit um eine ganze Stunde bringt dieses fein abgestimmte System durcheinander.

Man kann sich das wie einen kleinen, aber wiederkehrenden Jetlag vorstellen. Viele Menschen leiden in den Tagen und manchmal sogar Wochen nach der Umstellung unter folgenden Symptomen:

  • Einschlaf- und Durchschlafstörungen
  • Tagesmüdigkeit und Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gereiztheit und Stimmungsschwankungen
  • Appetitlosigkeit oder Verdauungsprobleme

Besonders die Umstellung auf die Sommerzeit im Frühling, bei der uns eine Stunde „gestohlen“ wird, macht vielen zu schaffen. Studien haben gezeigt, dass in den ersten Tagen nach dieser Umstellung das Risiko für Herzinfarkte leicht ansteigt. Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle nimmt kurzzeitig zu, was auf die erhöhte Müdigkeit der Verkehrsteilnehmer zurückgeführt wird.

Die Rückkehr zur Winterzeit im Herbst wird von vielen als angenehmer empfunden, da wir eine Stunde länger schlafen können. Doch auch diese Umstellung ist nicht ohne Tücken. Die abrupt früher einsetzende Dunkelheit am Abend kann bei manchen Menschen zu einer depressiven Verstimmung oder einer saisonal-affektiven Störung (SAD), auch bekannt als Winterdepression, beitragen. Unser Körper reagiert auf die Dunkelheit mit einer erhöhten Produktion des Schlafhormons Melatonin, was uns müde und antriebslos machen kann.

Chronobiologen, die sich wissenschaftlich mit unseren inneren Uhren beschäftigen, warnen seit Langem vor den negativen Folgen und plädieren mehrheitlich für eine Abschaffung der Zeitumstellung.

So gelingt die Umstellung sanfter: Praktische Tipps für 2025

Auch wenn wir die Zeitumstellung nicht verhindern können, können wir unserem Körper helfen, sich besser an die neue Zeit anzupassen. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie den Mini-Jetlag abmildern:

  1. Gleiten Sie in die neue Zeit: Beginnen Sie bereits einige Tage vor der Umstellung am 26. Oktober damit, Ihren Schlafrhythmus anzupassen. Gehen Sie jeden Abend etwa 15 bis 20 Minuten später ins Bett und stehen Sie morgens entsprechend später auf. So gewöhnt sich Ihr Körper schrittweise an die Verschiebung.
  2. Nutzen Sie die „geschenkte“ Stunde weise: Auch wenn es verlockend ist, am Sonntagmorgen die volle Stunde länger zu schlafen, kann dies den Rhythmus weiter stören. Eine bessere Strategie ist es, nur eine halbe Stunde länger zu schlafen und die andere halbe Stunde für ein gemütliches Frühstück oder einen Morgenspaziergang zu nutzen.
  3. Tanken Sie Tageslicht: Licht ist der wichtigste Taktgeber für unsere innere Uhr. Verbringen Sie nach der Umstellung so viel Zeit wie möglich im Freien, besonders am Vormittag. Das Tageslicht hilft, die Produktion des Schlafhormons Melatonin zu unterdrücken und macht Sie wacher und fitter.
  4. Achten Sie auf Ihre Abendroutine: Vermeiden Sie in den Abendstunden helles, blauhaltiges Licht von Bildschirmen (Smartphone, Tablet, Fernseher), da es die Melatoninproduktion hemmt und das Einschlafen erschwert. Schaffen Sie stattdessen eine entspannende Routine mit einem Buch, leiser Musik oder einem warmen Bad.
  5. Bewegung hilft, aber zur richtigen Zeit: Regelmäßige körperliche Aktivität kann den Schlaf verbessern. Vermeiden Sie jedoch intensiven Sport kurz vor dem Schlafengehen, da dies den Kreislauf zu sehr anregt. Ein entspannter Abendspaziergang ist hingegen ideal.
  6. Leichte Kost am Abend: Üppige Mahlzeiten und Alkohol am späten Abend können den Schlaf stören. Eine leichte Mahlzeit einige Stunden vor dem Zubettgehen ist besser für eine erholsame Nacht.

Ein Ende in Sicht? Die politische Debatte um die Abschaffung

Die Kritik an der Zeitumstellung ist so laut geworden, dass die Politik handeln musste. Im Jahr 2018 führte die Europäische Kommission eine groß angelegte Online-Umfrage durch, an der 4,6 Millionen EU-Bürger teilnahmen – ein Rekord. Das Ergebnis war eindeutig: Überwältigende 84 Prozent der Teilnehmer sprachen sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung aus. In Deutschland lag die Zustimmung sogar noch höher.

Daraufhin schlug die EU-Kommission vor, das halbjährliche Ritual zu beenden. Das Europäische Parlament stimmte 2019 ebenfalls dafür und peilte ursprünglich das Jahr 2021 für das Ende der Zeitumstellung an. Doch seitdem ist Stillstand eingekehrt. Warum? Das Problem liegt in der Umsetzung.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen sich nämlich entscheiden, ob sie dauerhaft die Sommerzeit oder die Winterzeit (also die Normalzeit) beibehalten wollen. Und genau hier liegt der Knackpunkt. Es gibt keine Einigkeit. Südeuropäische Länder wie Spanien oder Frankreich tendieren eher zur permanenten Sommerzeit, um die langen, hellen Abende für Tourismus und Freizeit zu nutzen. Nordeuropäische Länder wie Finnland oder auch viele Experten in Deutschland bevorzugen hingegen die permanente Winterzeit, da sie besser zum natürlichen Biorhythmus des Menschen passt.

Ein sogenannter „Flickenteppich“ aus unterschiedlichen Zeitzonen innerhalb der EU soll unbedingt vermieden werden, da dies zu erheblichen Problemen im Binnenmarkt, im Reiseverkehr und in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit führen würde. Doch die notwendige Einigung im Rat der Europäischen Union, wo die Vertreter der Mitgliedstaaten sitzen, ist bisher nicht zustande gekommen. Andere drängende Krisen wie die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise haben das Thema zusätzlich in den Hintergrund gedrängt.

Ewige Sommerzeit oder ewige Winterzeit – Was wäre besser?

Stellen wir uns vor, die Entscheidung fällt. Was würde eine permanente Zeitregelung für uns in Deutschland bedeuten?

Szenario 1: Permanente Sommerzeit (MESZ)
Wir hätten das ganze Jahr über längere helle Abende. Das klingt zunächst verlockend für Grillabende, sportliche Aktivitäten und die Außengastronomie. Der Haken daran wäre der Winter. Die Sonne würde dann extrem spät aufgehen. In Berlin ginge die Sonne im Dezember erst gegen 9:15 Uhr auf, in Köln gegen 9:30 Uhr. Für Millionen von Schülern und Pendlern würde der Tag in völliger Dunkelheit beginnen. Chronobiologen warnen, dass dieser Mangel an Morgenlicht den Körper daran hindert, richtig wach zu werden, was zu chronischem Schlafmangel, Konzentrationsproblemen und gesundheitlichen Störungen führen könnte.

Szenario 2: Permanente Winterzeit (MEZ / Normalzeit)
Dies ist die von den meisten Wissenschaftlern und Medizinern favorisierte Option. Die Uhrzeit wäre wieder dauerhaft an den natürlichen Sonnenverlauf gekoppelt. Im Winter ginge die Sonne früher auf, was uns das Aufstehen erleichtern und unseren Biorhythmus stabilisieren würde. Der Nachteil wäre, dass es im Sommer deutlich früher dunkel würde. Die Sonne ginge dann bereits gegen 20:30 Uhr unter, statt wie gewohnt nach 21:30 Uhr. Die langen, lauen Sommerabende im Freien wären damit Geschichte.

Fazit: Vorerst bleibt alles beim Alten

Solange sich die EU-Staaten nicht auf eine gemeinsame Linie einigen können, wird uns die Zeitumstellung erhalten bleiben. Auch 2025 werden wir also am 26. Oktober die Uhren eine Stunde zurück auf die Winterzeit stellen und am letzten Sonntag im März wieder eine Stunde vor auf die Sommerzeit.

Die Debatte hat jedoch das Bewusstsein für die Bedeutung unseres Biorhythmus geschärft. Wir wissen heute mehr denn je über die Vor- und Nachteile des Systems. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als uns bestmöglich auf die zweimal jährliche Umstellung vorzubereiten. Nutzen Sie die „geschenkte“ Stunde im Herbst 2025 zur Erholung und bereiten Sie Ihren Körper mit den oben genannten Tipps sanft auf den Wechsel vor. Und vergessen Sie nicht, Ihre analoge Küchenuhr umzustellen!

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